Ihr Roman ETWAS LEICHTES gehört zu den Highlights im Buchherbst – und es ist immer ein Vergnügen, ein Kurzinterview mit der Autorin Eva Lohmann zu führen.

Angeblich ist der Herbst eine kunterbunte Zeit der Entschleunigung …? Von wegen! Ab Spätsommer zieht meiner Meinung nach das Tempo allüberall ordentlich an, um uns schon einmal auf den Vorweihnachtsstress vorzubereiten. Umso besser, wenn wir uns dann (und überhaupt jeder anderen Jahreszeit) in einen Roman fallen lassen können, der Tempo hat, uns aber gleichzeitig zur Ruhe kommen lässt, weil er schlau unterhält und eine Protagonistin hat, die uns gerade deswegen sympathisch wird, weil sie nicht versucht, es zu sein.

Umso mehr freue ich mich, sowohl den Roman ETWAS LEICHTES gelesen zu haben als auch der Autorin Eva Lohmann nun drei neugierige Fragen stellen zu dürfen.

Liebe Eva, nach DAS LEISE PLATZEN UNSERER TRÄUME und WIE DU MICH ANSIEHST verspricht Dein neuer Roman ETWAS LEICHTES – hast Du die Geschichte der frisch geschiedenen Lea auch so empfunden?

Eva Lohmann: „Ja, das Schreiben ging leicht von der Hand. Ich habe selbst eine Scheidung erlebt, war auf dem Datingmarkt und musste mich fragen, was genau ich jetzt eigentlich vom Leben erwarte. Da gab es viel Inspiration.

Außerdem scheine ich in meinem Beruf nun langsam das zu sein, was man einen alten Hasen nennt: Ich habe mittlerweile ein paar Bücher geschrieben und lektoriert bekommen. Jedes Mal lernt man dazu, irgendwann hat man beim Schreiben selbst schon eine kleine Lektorin im Kopf, die mitarbeitet und sagt: ‚Das hier ist zu wenig, das übertrieben und kannst Du hier nicht noch etwas ausschmücken?‘

Wirklich anstrengend war für mich dieses Mal eher die Coverfindung. Ich komme ursprünglich aus der Werbung und sehe das Buch als Komplettpaket. Ich will, dass Text und Cover und Titel und Typo perfekt zusammenpassen. Und ganz eventuell kann ich da nur noch schlecht loslassen.“

Das Banner zeigt links das Foto der Autorin Eva Lohmann und rechts daneben den Umschlag ihres Romans "Etwas Leichtes".

Du erzählst ETWAS LEICHTES aus der Sicht von Lea, aber unter jedem Kapitel findet sich auch die Perspektive einer anderen Person auf sie und das, was zuvor passiert ist. Ich liebe diesen Kunstgriff – was hat Dich daran gereizt?

Eva Lohmann: „Die Schriftstellerin Anaïs Nin hat einmal gesagt: ‚Wir sehen die Welt nicht, wie sie ist, wir sehen die Welt, wie wir sind.‘ Je älter ich werde, desto mehr begreife ich, was damit gemeint ist. Speziell im Hinblick auf zwischenmenschliche Verbindungen. Der Blick auf die eigene Beziehung kann verblüffend unterschiedlich ausfallen, je nachdem, welchen der beiden Partner man fragt. Es gibt immer mehrere Wahrheiten. Durch die kleinen Einschübe an den Kapitelenden wollte ich die Leser daran erinnern und ein bisschen auch provozieren: War die Szene, die ich da eben gelesen habe, wirklich auf die Art zu interpretieren, wie ich es automatisch getan habe? Oder könnte man alles auch ganz anders sehen?“

Man kann natürlich nicht über ETWAS LEICHTES sprechen, ohne auf Frederic zu kommen, den „Deutschen Riesenschecken“. Warum brauchte Dein Roman ein Kaninchen – und brauchen wir vielleicht alle eins?

Eva Lohmann: „Es war andersrum. Nicht der Roman brauchte ein Kaninchen, sondern das Kaninchen brauchte einen Roman. Als ‚der echte‘ Frederic zu uns gekommen ist, hat mich sein Charakter fasziniert. Er war so mutig und gleichzeitig so zutraulich. Er scheint in seinem Kaninchenleben schon gute Erfahrungen mit Menschen gemacht haben. Gleichzeitig muss es ein Mensch gewesen sein, der ihn damals ins Tierheim gebracht hat. Diese Ambivalenz hat mich fasziniert. So ist er in meinem Buch gelandet, wo ich ihn sehr gut als Symbol für Bindung einsetzen konnte. Ob wir alle ein Kaninchen brauchen? Ich denke nicht. Um über unser eigenes Bindungsverhalten nachzudenken und die Beziehungen zu Eltern und Freunden zu hinterfragen, kann man auch einfach mein Buch lesen.“

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Ich habe dieses Interview aus Neugier geführt und aus Begeisterung für das Buch, das ich als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten habe. Es handelt sich nicht um eine beauftragte oder bezahlte Werbung.

Eva Lohmann: ETWAS LEICHTES. Eisele, 2026

MEINE REZENSION ZU EVA LOHMANNS ROMAN FINDET SICH HIER.

Bei dieser Abbildung handelt es sich um den Umschlag des Romans "Etwas Leichtes" von Eva Lohmann, der im Eisele Verlag erschienen ist; das Umschlagmotiv ist ein gemaltes Kaninchen.