In der zweiundzwanzigsten Episode des Buchpodcast RABABUMM gibt ein Interview mit der Übersetzerin Karen Gerwig, jede Menge Lesetipps und am Ende das Glückskonfetti des Sachbuch-Autors Daniel Stähr.
Als Kind habe ich mich gerne in fremde Welten geträumt – mal waren sie relativ real wie Bullerbü, Lönneberga oder das Internat Burg Schreckenstein, mal magisch wie Phantásien. Später habe ich mich hinter Prinzessin Leia versteckt, wenn vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis Abenteuer warteten oder in der fernen Zukunft Kirk, Picard und Janeway ungeahnte Entdeckungen machten. Heute kann ich mit Science Fiction und Fantasy weniger anfangen. Aber vielleicht warten fremde Welten manchmal ganz in unserer Nähe?
Wie immer fangen wir hier in der Textbegleitung zu RABABUMM mit den Basics an: Wo kann man diesen Buch-Podcast eigentlich hören?
Wie auch die ersten einundzwanzig Episoden von RABABUMM wartet nun auch die zweiundzwanzigste überall auf euch, wo es gute Podcasts gibt, also zum Beispiel bei Spotify:
Und wer seine Podcasts bei Apple hört, klickt einfach hier: Über verborgene Welten, die Kunst des Übersetzens und die Macht von Ökonomen. Dazu: Glückskonfetti!
In den Lesetipps gibt es heute zwei aktuelle Bücher, die uns in fremde Welten blicken lassen
Denis Pfabe erzählt in DIE MÖGLICHKEIT EINER ORDNUNG vom Großen im Kleinen und macht den öffentlichen Mikrokosmos eines Baumarkts zur Bühne für die volle Dröhnung Leben: es geht um Macht, Missbrauch und Sex, um Frustration, Hoffnung und kleine Triumpfe. Und das alles ist so mitreißend und gut erzählt, dass ich versucht bin, sofort ein paar Schrauben kaufen zu gehen, um der Atmosphäre des Buchs noch etwas nachzuspüren. (Fun Fact: Ich habe diese sehr schmucke Behauptung auf seine Realitätstauglichkeit überprüft – aber der Pfabe’sche Baumarkt ist dann doch spannender als seine realen Pendants.)

Dieses Nachspüren hätte beim zweiten Lesetipp der Episode sogar ein ganz profanes Preisschild: 410 Euro kostet eine Eintrittskarte für den Wiener Opernball im Jahr 2026, stolze 60 Euro mehr als in dem Jahr, in dem die österreichische Autorin Stefanie Sargnagel dort zu Gast war – und nun in OPERNBALL von ihrem Besuch auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten berichtet: ein bitterböses, schlauen und humorvolles Lesevergnügen!
Welche bislang unbesungene Heldin des deutschen Literaturbetriebs ist diesmal zu Gast im Buchgespräch bei RABABUMM?
„Die im Dunkeln sieht man nicht“ …? Zugegeben, dieses Zitat aus der DREIGROSCHENOPER ist hier sehr aus dem Zusammenhang gerissen, zumal ich es nun vergnügt in einen Kontext bringe, in dem es auch wenig zu suchen hat. Aber tatsächlich ist es so, dass es Lesebegeisterten leichter fällt, internationale Lieblingsautor*innen zu benennen als die Menschen, die ihre Texte für uns ins Deutsche übersetzen.

Umso mehr freue ich mich, dass Karen Gerwig sich die Zeit genommen hat, mit mir über ihre Arbeit als Literaturübersetzerin zu sprechen.
Als Buch ihrer Kindheit nennt sie RONJA RÄUBERTOCHTER von Astrid Lindgren, erschienen in der Übersetzung von Anna-Liese Kornitzky und mit den Illustrationen von Ilon Wikland bei Oetinger. Zu ihren ersten Übersetzungen gehörte der Roman DINER DES GRAUENS von A. Lee Martinez, damals bei Piper erschienen, wie seine Nachfolger aber inzwischen nicht mehr lieferbar.

Als Bücher, die Karen besonders gerne übersetzt hat, gehören DIE ACHT LEBEN DER FRAU MOOK von Merinae Lee, erschienen im Unionsverlag, SCHLÄGE von Meena Kandasam und WIE DIE EINARMIGE SCHWESTER DAS HAUS FEGT von Cherie Jones, beide erschienen bei Culturbooks, CHOR DER PILZE von Hiromi Gato, leider nicht mehr lieferbar beim eingestellten CASS-Verlag, und MORTAL FOLLIES von Alexis Hall, erschienen bei Piper.
Karen gehörte außerdem zum Übersetzerinnenkollektiv, die ALCHEMISED von SenLinYu aus dem Englischen übersetzt hat, gemeinsam mit Christiane Sipeer, Lisa Kögeböhn und Sybille Uplegger.

Als All-Time-Favourites nennt Karen NEW YORKER GESCHICHTEN von Dorothy Parker, übersetzt von Ursula-Maria Mössner und Pieke Biermann, erschienen bei Kein & Aber, sowie GARP UND WIE ER DIE WELT SAH von John Irving, übersetzt von Jürgen Abel, erschienen bei Diogenes.
Ich habe in meiner Verlagszeit natürlich mit vielen Übersetzerinnen und Übersetzern gearbeitet – trotzdem fand ich das Gespräch mit Karen spannend und aufschlussreich, und ich hoffe, es geht nun auch allen Zuhörenden so.
Und wer wirft in dieser Episode von RABABUMM das Glückskonfetti?
Tusch, Trommelwirbel und Vorhang auf für den Ökonom, Essayisten und Autor Daniel Stähr. Bei S. Fischer erschienen seine Sachbücher DIE SPRACHE DES KAPITALISMUS, geschrieben mit Simon Sahner, und DIE NEUEN PROPHETEN: WIE ÖKONOMEN UNSERE ZUKUNFT VERSPIELEN – umso spannender finde ich seinen Tipp, wie man an den Regentagen des Lebens die gute Laune nicht verliert. Passt doch perfekt (und tatsächlich ohne jede vorherige Absprache!) zum Motto dieser Episode.
Und weil es sträflich wäre, das hier zu vergessen: Ein Vergnügen ist auch der von Daniel Stähr mit Isabella Caldart geschriebene Steady-Newsletter THE SAD MILLENIALS.
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Wer sich den Abspann nicht komplett abgehört hat: Natürlich darf bei RABABUMM nicht der Hinweis fehlen auf unseren Schwesterpodcast AMUSE & AMORE, in dem Host Sandra die Menschen trifft, die hinter dem Herd, vor der Kamera, auf der Bühne oder am DJ-Pult dafür sorgen, dass wir alle eine gute Zeit haben.


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